Geordnetes Chaos

Die allgemeine Situation in Argentinien lässt sich ferner als geordnetes Chaos beschreiben. Irgendwie funktioniert alles und doch wieder nichts, oder zumindest nicht so wie es soll. Dafür haben die Argentinier sogar ein eigenes Wort: “Quilombo”. Einige Klassiker führe ich hier auf:

Bezahlung mit Kreditkarte

Kreditkartenzahlungen in Argentinien sind ein wahres Abenteuer. Wo man in vielen anderen Ländern bereits mit Handy oder kontaktlos bezahlen kann, ist das in Argentinien nicht so. Zum Bezahlen muss man den Kassenbon mit Unterschrift, Unterschrift in Druckbuchstaben und Nummer des Passes unterschreiben. Das dauert natürlich ewig und lange Warteschlangen sind allgegenwärtig. Ein kleiner Trost: mit der Ausnahme von kleineren Geschäften und Märkten kann überall mit der Kreditkarte bezahlt werden. Dabei kann es aber zu Komplikationen kommen. Beispielsweise verlangen einige Bars und Restaurants explizit nach einer Debit-Kreditkarte. Diese ist vergleichbar mit der deutschen EC-Karte. Natürlich habt ihr so eine Kredikarte nicht. Ihr könnt aber einfach darauf bestehen mit der Karte zahlen zu wollen, oder besser noch, einfach behaupten eure Karte wäre eine Debit-Kreditkarte, denn die Bezahlung funktioniert trotzdem.

Transport

Ihr wisst nie wann ihr wirklich am Ziel ankommt. Von der Bus kommt nicht, über die U-Bahn funktioniert nicht (damit mein ich nicht die Rolltreppen, davon funktionieren nämlich sowieso nur 50% im ganzen Land) bis hin zu Streiks im öffentlichen Nahverkehr ist alles dabei. Dazu kommen dann noch die Stoßzeiten, in denen wahres Chaos herrscht. Das gute ist, 20 min Verspätung werden gemeinhin erwartet. Ab 1h Verspätung wird ist man nach argentinischem Maßstab wirklich zu spät.

Geldautomaten

Keiner von 3 Geldautomaten funktioniert, da einer kaputt ist, der zweite kein Geld mehr zur Verfügung hat und der dritte deine Karte nicht mag. Nicht zu vergessen, dass deine Karte ohne Benachrichtigung gesperrt werden kann. Dies passiert, wenn du einen Geldautomaten benutzt hast, der gehackt wurde. Dann werden zur Sicherheit alle Karten gesperrt, die an dem Automaten benutzt wurden und du musst eine neue bestellen.

Supermarkt

Eine Sache werdet ihr in jedem Supermarkt in Argentinien brauchen: Geduld, sehr viel Geduld. Die Kassierer arbeiten eher langsam, hinzu kommt die umständliche Kreditkartenzahlung, das alles kombiniert mit diversen Bonuskarten ergibt einen endlosen Bezahlprozess. Ihr solltet es also vermeiden, in Stoßzeiten einkaufen zu gehen.
Sonderangebote – ihr wisst nie, ob das Angebot im Supermarkt wirklich auf das Produkt zutrifft, dass ihr gerade kauft. Gerne werden die Angebote vor ein ähnliches Produkt gestellt. Wer sicher gehen will, muss die Nummern unter dem Strichcode des Produktes mit der Nummer auf dem des Angebots abgleichen. Weiter muss man unbedingt auf das Ablaufdatum achten! Gerne passiert es, dass Produkte längst abgelaufen sind. Ich habe schon TK-Produkte gefunden die über 3 Monate abgelaufen waren

Thematisch verwandt und einhergehend mit dem “geordneten Chaos” ist mein Artikel “Änderungen“.

Fazit: Ich hoffe ich konnte euch ein wenig näher bringen, was ich mit geordnetem Chaos meine. So oder so muss empfehle ich jedem die Erfahrung selbst zu machen. Dadurch lernt man die deutsche Effizienz umso mehr schätzen.

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